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Grundlagen

Was gehört auf eine Visitenkarte?

Eine Visitenkarte hat ungefähr die Fläche einer Handinnenfläche. Alles, was darauf steht, konkurriert um denselben Platz. Diese Checkliste zeigt, welche Angaben wirklich hingehören – und welche nur Platz kosten.

6 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert im August 2026

Die meisten Visitenkarten scheitern nicht am Design, sondern an der Menge. Wer alles unterbringen will – zwei Telefonnummern, Fax, drei Social-Media-Profile, ein Zitat und den Firmenslogan – bekommt eine Karte, auf der nichts mehr auffällt. Der Empfänger sucht dann genau die eine Information, wegen der er die Karte überhaupt behalten hat.

Die Frage ist also nicht, was alles draufpassen würde, sondern was jemand braucht, der Sie in drei Wochen erreichen will.

Die neun Angaben im Einzelnen

1. Der Firmenname

Er sollte das erste sein, was man erkennt – meist über das Logo auf der Vorderseite. Wenn Ihr Logo den Firmennamen bereits als Schriftzug enthält, muss er nicht ein zweites Mal darunter stehen.

2. Ihr Name

Vor- und Nachname, in der Schreibweise, die Sie auch sonst verwenden. Akademische Titel gehören dazu, wenn sie im Berufsalltag eine Rolle spielen – bei einem Ziviltechniker oder einer Ärztin ja, beim Malerbetrieb eher nicht.

3. Die Funktion

Kurz und verständlich: „Geschäftsführer“, „Meister“, „Projektleitung“. Erfundene Bezeichnungen wie „Head of Customer Happiness“ wirken bei einem regionalen Betrieb eher befremdlich. Bei Ein-Personen-Unternehmen kann die Funktion auch weg – dann steht dort besser das Gewerk: „Tischlerei“, „Physiotherapie“, „Imkerei“.

4. Eine Telefonnummer

Eine, nicht drei. Die Nummer, unter der Sie tatsächlich abheben. Schreiben Sie sie international mit Ländervorwahl, also +43 664 1234567 statt 0664 1234567 – wer die Karte abfotografiert und den Kontakt anlegt, kann so direkt anrufen, auch aus dem Ausland.

5. Eine E-Mail-Adresse

Am besten unter der eigenen Domain. Eine Adresse wie info@ihrbetrieb.at wirkt verlässlicher als ihrbetrieb@gmail.com, und sie bleibt Ihnen erhalten, wenn Sie den Anbieter wechseln.

6. Die Website

Ohne https://, ohne www.ihrbetrieb.at reicht und liest sich ruhiger. Wer keine Website hat, lässt die Zeile weg; ein Verweis auf ein Facebook-Profil ist eine brauchbare Zwischenlösung.

7. Die Adresse – manchmal

Für Betriebe mit Laden, Praxis oder Werkstatt ist sie wichtig: Der Kunde muss wissen, wo er hinkommt. Für Handwerker, die ohnehin zum Kunden fahren, ist sie verzichtbar. Wer von zu Hause aus arbeitet, muss seine Privatadresse nicht auf tausend Karten drucken – Ort und Umkreis genügen oft: „Raum Linz“.

8. Das Tätigkeitsfeld

Der am häufigsten vergessene Punkt. „Müller GmbH“ sagt niemandem, was Sie tun. Zwei bis vier Wörter reichen: „Fliesen · Bäder · Sanierung“. Wer die Karte in drei Monaten in der Schublade findet, weiß dann noch, warum er sie behalten hat.

9. Die Rückseite

Sie kostet beim Druck kaum mehr und wird trotzdem meistens verschenkt. Gut geeignet: Ihre Leistungen in Stichworten, Öffnungszeiten, ein Einsatzgebiet – oder schlicht das Logo auf farbigem Grund, damit die Karte im Stapel auffällt.

Was Sie weglassen können

Faxnummern, mehrere Mobilnummern, private und geschäftliche Adresse nebeneinander, Slogans ohne Aussage, Bildzitate, Sternchen-Hinweise. Jede dieser Angaben verkleinert die übrigen – und die übrigen sind die wichtigen.

Format, Schriftgröße, Abstände

In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist 85 × 55 mm das gebräuchliche Format – es passt in jede Kartenhülle und in jedes Portemonnaie. Der internationale ISO-Standard liegt mit 85,6 × 54 mm minimal daneben, in den USA sind 89 × 51 mm üblich.

AngabeRichtwert
Format85 × 55 mm
Beschnittzugabe2–3 mm rundum
Sicherheitsabstand zum Randmindestens 2 mm, besser 4 mm
Auflösung von Logos und Bildernab 300 dpi
Kleinste Schriftgröße6–8 pt
Papierstärke270–350 g/m²

Zur Schriftgröße eine Einschränkung, die in Ratgebern gern fehlt: 6 pt sind technisch druckbar, aber für viele Menschen ab etwa fünfzig kaum noch lesbar. Wenn Ihre Kundschaft älter ist – bei Sanierung, Pflege oder Bestattung etwa –, gehen Sie eher auf 9 oder 10 pt und lassen dafür eine Zeile weg.

Der QR-Code: nützlich, wenn er etwas kann

Ein QR-Code auf der Rückseite kann den Kontakt direkt ins Telefonbuch übertragen (vCard) oder auf die Website führen. Sinnvoll ist er, wenn er dem Empfänger einen Schritt erspart. Sinnlos ist er, wenn er nur auf die Startseite zeigt, die ohnehin schon auf der Karte steht.

Zwei praktische Punkte: Der Code braucht rundum etwas freie Fläche, sonst scannt er schlecht, und unter etwa 2 × 2 cm wird er auf mattem Papier unzuverlässig. Und er sollte nicht die einzige Kontaktmöglichkeit sein – nicht jeder scannt.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Zu viel Text. Wenn Sie beim Lesen aus einer Armlänge Entfernung ins Stocken kommen, ist es zu viel.
  2. Zu wenig Rand. Text, der zu nah an die Kante rückt, wirkt gedrängt – und kann beim Schneiden angeschnitten werden.
  3. Ein Logo in schlechter Auflösung. Was auf der Website scharf aussieht, ist im Druck oft unbrauchbar. Für Druck braucht es die Vektordatei (SVG, EPS, PDF) oder ein Bild mit mindestens 300 dpi in Endgröße.

Kurz zusammengefasst

Firmenname, Ihr Name, Funktion, eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse, die Website, das Tätigkeitsfeld – und die Adresse dann, wenn Kunden zu Ihnen kommen. Das sind sieben bis acht Zeilen. Alles Weitere sollte sich seinen Platz verdienen.

Häufige Fragen

Wie groß ist eine Visitenkarte in Österreich?

Das gebräuchliche Format ist 85 × 55 mm. Es entspricht ungefähr einer Bankomatkarte und passt damit in Kartenfächer und Visitenkartenetuis. Der internationale ISO-Standard liegt bei 85,6 × 54 mm, in den USA sind 89 × 51 mm üblich.

Muss eine Adresse auf die Visitenkarte?

Nur, wenn Kunden zu Ihnen kommen – also bei Geschäft, Praxis, Werkstatt oder Ausstellungsraum. Handwerksbetriebe, die zum Kunden fahren, können die Adresse weglassen und stattdessen das Einsatzgebiet nennen.

Ist ein QR-Code auf der Visitenkarte sinnvoll?

Wenn er dem Empfänger Arbeit abnimmt, ja – etwa als vCard, die den Kontakt direkt ins Telefon überträgt. Führt er nur auf die Startseite, die ohnehin auf der Karte steht, bringt er nichts. Er sollte mindestens 2 × 2 cm groß sein und rundum etwas freie Fläche haben.

Wie viele Visitenkarten braucht ein kleiner Betrieb?

Für die meisten Ein- bis Fünf-Personen-Betriebe reichen 250 bis 500 Stück für ein bis zwei Jahre. Größere Auflagen lohnen sich erst, wenn Kontaktdaten und Personal über längere Zeit stabil bleiben.

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