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Für Handwerksbetriebe

Visitenkarten für Handwerker

Eine Karte, die im Werkzeugkoffer, in der Arbeitshose und beim Kunden auf der Fensterbank landet, muss anderes aushalten als eine Bürokarte. Was das für Material, Inhalt und Format bedeutet.

5 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert im August 2026

Im Handwerk entstehen Aufträge selten am Messestand. Sie entstehen, wenn ein Nachbar sieht, dass nebenan das Dach gemacht wird, und fragt, wer das macht. Oder wenn ein Kunde zwei Jahre später ein zweites Bad saniert und überlegt, wen er damals hatte.

Beides sind Situationen, in denen eine Visitenkarte gewinnt – wenn sie noch auffindbar und noch lesbar ist. Genau daran scheitern die meisten.

Die Karte muss etwas aushalten

Eine Handwerkerkarte liegt nicht im Etui. Sie steckt in der Brusttasche, wandert durch staubige Hände, liegt im Auto in der Sonne. Daraus folgen drei Entscheidungen:

Der Notizplatz

Lassen Sie auf der Rückseite bewusst eine freie Fläche. Handwerker schreiben dort den geschätzten Preis hin, einen Termin oder den Namen des Ansprechpartners. Eine Karte, auf der etwas Handschriftliches steht, wird deutlich seltener weggeworfen.

Was auf die Karte eines Handwerksbetriebs gehört

Die Grundangaben unterscheiden sich kaum von anderen Branchen – aber die Gewichtung ist eine andere.

Das Gewerk muss sofort erkennbar sein

„Huber GmbH“ sagt nichts. „Huber – Dachdeckerei & Spenglerei“ sagt alles. Wenn jemand die Karte drei Monate später aus der Lade zieht, entscheidet diese eine Zeile darüber, ob er anruft.

Die Mobilnummer, nicht die Festnetznummer

Wer im Handwerk anruft, will jetzt jemanden erreichen. Wenn Sie beides angeben, setzen Sie die Mobilnummer nach oben.

Das Einsatzgebiet statt der Adresse

Für einen Betrieb ohne Kundenverkehr ist die Werkstattadresse weniger wichtig als die Antwort auf die Frage „Kommen die überhaupt zu mir?“. „Raum Amstetten · 40 km“ ist für den Kunden brauchbarer als eine Straße, die er nie besucht.

Zwei bis vier Leistungen

Auf der Rückseite, in Stichworten. Viele Kunden wissen nicht, was ein Betrieb alles macht – der Fliesenleger, der auch Duschen abdichtet und Bäder komplett saniert, verliert Aufträge, weil niemand fragt.

Mehrere Mitarbeiter, eine Gestaltung

Sobald mehr als eine Person Karten braucht, lohnt sich ein festes Layout, bei dem nur Name, Funktion und Durchwahl wechseln. Das hat zwei Vorteile: Der Betrieb wirkt nach außen einheitlich, und beim nächsten Nachdruck muss nichts neu gestaltet werden.

In der Praxis reicht meist eine Karte für den Chef, eine für die Bürokraft und je eine für die Monteure oder Vorarbeiter, die beim Kunden stehen. Lehrlinge und Aushilfen brauchen in der Regel keine.

Wo die Karte tatsächlich Wirkung hat

Eine Visitenkarte ersetzt keine Website und keine Empfehlung. Sie wirkt an genau den Stellen, an denen sonst nichts greift:

Das setzt voraus, dass Sie welche dabeihaben. Der häufigste Grund, warum Karten nichts bringen, ist nicht das Design: Sie liegen zu Hause in der Schachtel.

Was es kostet

Für einen kleinen Betrieb liegt eine ordentliche Auflage bei 200 bis 500 Euro inklusive Gestaltung und Druck – je nach Menge. Bei 500 Karten sind das rund 70 Cent pro Stück. Ein einziger daraus entstandener Auftrag liegt im Handwerk meist deutlich darüber.

Genaueres zu Papier, Veredelung und Auflagen steht im Beitrag über Formate, Papier und Kosten.

Häufige Fragen

Welches Papier eignet sich für Handwerker-Visitenkarten?

Mindestens 350 g/m² mit matter oder naturbelassener Oberfläche. Dünneres Papier knickt in der Arbeitskleidung, glänzende Oberflächen zeigen Fingerabdrücke und lassen sich nicht handschriftlich beschriften.

Soll die Werkstattadresse auf die Karte?

Nur, wenn Kunden tatsächlich vorbeikommen. Für Betriebe, die zum Kunden fahren, ist die Angabe des Einsatzgebiets nützlicher – etwa „Raum Graz · 50 km“.

Wie viele Visitenkarten braucht ein Handwerksbetrieb?

250 Stück reichen für einen Ein-Personen-Betrieb meist ein bis zwei Jahre. Bei mehreren Mitarbeitern mit Kundenkontakt sind 500 realistischer, weil sich die Menge auf mehrere Personen verteilt.

Lohnt sich eine Visitenkarte, wenn ich ohnehin über Empfehlungen arbeite?

Gerade dann. Eine Empfehlung endet oft mit „ich such dir die Nummer raus“ – und genau dort geht sie verloren. Eine Karte, die weitergegeben werden kann, schließt diese Lücke.

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